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DER RING - ein Abenteuer-Theater in GermeRING

Ich wünsche mir die Unendlichkeit

Das Theater- und Kunstprojekt "Der Ring - ein Abenteuertheater" bahnte sich im Rahmen des talentCAMPus der vhs Germering in der ersten Woche der großen Sommerferien den Weg auf die Bühne(n)


„Wie erschaffe ich ein Universum aus Süßigkeiten? Wie kann ich eine Zeitreise machen? Wie lerne ich als Mensch fliegen?“  – Der Besitz eines Zauberrings könnte diese Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Wo ein solcher Ring zu finden wäre, wurde im Theater- und Kunstprojekt „Der Ring – ein Abenteuertheater“ erfahrbar, das am Freitag in der Harfe der vhs Germering präsentiert wurde.

Unter der künstlerischen Leitung der Theater- und Opernregisseurin Dina Keller-Metje und der Restauratorin und Kunstdozentin Katharina Hermes begaben sich Kinder und Jugendliche eine Woche lang auf die Suche: nach dem Zauberring, den Ringen der Stadt, Ringen, die verbinden, die ausschließen oder die eine Ewigkeit innehaben. Während mehrerer Streifzüge durch die Stadt betrieben die Kinder und Jugendlichen unter professioneller Anleitung der Regisseurin und der Kunsthandwerkerin performative und künstlerische Forschung. Die Forschungen stießen in der gesamten Stadt erfreulicherweise auf große Resonanz: Passanten und Anwohner teilten ihre Kenntnisse, überraschende Objekte fanden sich auf heißem Asphalt genauso wie auf dem abgelegenen Feldweg. Und die Akteure des Projekts konnten sogar gleich mehreren Einladungen folgen: Ringexperten in Standesamt, Rathaus, Museum, und Bibliothek stellten ihre Expertise zur Verfügung. Auch mit dem Oberbürgermeister durfte gebrainstormt werden – und Herr Whitehead, Künstler der Ateliergruppe 27, lud die Kinder und Jugendlichen spontan in seine Werkstatt in die Salzstraße ein, wo sie selbst kleine Schmucksteine bearbeiten durften.

Nach den Streifzügen durch die Stadt wurden die gesammelten Erfahrungen, Bewegungen, Objekte und Geschichten in den Werk- und Proberäumen der vhs bearbeitet, in Szene gesetzt und am Freitag präsentiert. Das Publikum musste sich hierbei durch die Außen- und Innenräume der Harfe bewegen – natürlich in Ringform – und spendete am Ende großen Applaus.

So mannigfaltig wie der Projektansatz fielen auch die Rückmeldungen zu den Lieblingsmomenten der Kinder und Jugendlichen, die das Projekt gestaltet hatten, aus: Vom Spiel auf der Bühne und musikalischen Improvisationen, über die Herstellung eigenen Schmucks und die Spurensuche nach Ringen in der Stadt, bis hin zu den gesammelten Interviews – diese Woche hatte viele Highlights. Die Fundstücke, Materialien und performativen Elemente hätten – laut Regisseurin Dina Keller-Metje – bestimmt gereicht, um vier Abende zu füllen. Einen ganzen Ring eben. Ganz nah dran an ganz großer Oper, der eigentlichen Heimat der Regisseurin.

Und die jungen Performer? Am liebsten würden sie einfach weitermachen mit dem Projekt und nie mehr aufhören. Da hat sich die Unendlichkeit des Ringes übertragen. Denn – wie sie gerade in Bewegungsexperimenten herausgefunden hatten – ein Ring ist unendlich und hört nie auf.

Die Leitung der vhs Germering betrat mit diesem Projektformat Neuland: Ihr war es gelungen, den Dachverband der deutschen Volkshochschulen mit ihrem Konzept für einen talentCAMPus zu überzeugen und hierfür die Förderung des Bundesministeriums für Familie und Bildung im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ zu erhalten. Gleichzeitig holte sie als Kooperationspartner die Bibliothek, die Wittelsbacher Mittelschule und die Musikschule mit ins Boot und gewann die beiden Künstlerinnen für die Durchführung des Projekts. Engagierte Akteure gab es in diesem Fall also nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne.