"Zwangsumsiedlung an die Wolga" -
Der Sohn eines deutschen Physikers berichtet


Die Folgen des 2. Weltkrieges waren für Deutsche und Deutschland sehr vielseitig. Bekannt sind die Vertriebenen- und Flüchtlingsströme, die Kriegsgefangenen der Alliierten und die unterschiedlichsten materiellen Reparationsleistungen Deutschlands an die Siegermächte. Weniger bekannt sind die „lebenden“ Reparationsleistungen in Form von Tausenden Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern aus der SBZ (sowjetische Besatzungszone), die am 22.10.1946 ohne Vorankündigung an unterschiedliche Orte der Sowjetunion verschleppt wurden.
Die Mehrzahl dieser Fachleute nahmen ihre Familienangehörigen mit. So kam auch Karl Breuninger im Alter von 2 Jahren mit seinen Eltern nach Kuibyschew (heute Samara) an der Wolga, anschließend nach Moskau und zuletzt nach Suchumi am Schwarzen Meer. Sein Vater war in einer Gruppe deutscher Spezialisten an der Entwicklung von Steuerungssystemen für Boden-Luft-Abwehrraketen involviert. Erst im Februar 1958 konnten sie direkt nach Westdeutschland übersiedeln.
Karl Breuninger wird in seinem Vortrag mit Bildern über die Hintergründe der Zwangsumsiedlung berichten, die Lebens- und Arbeitsbedingungen an den verschiedenen Orten schildern und auch auf das Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung eingehen. Sieben Schuljahre verbrachte er im sowjetischen Schulsystem und musste bei der Rückkehr hier den Anschluss an das westdeutsche Schulsystem meistern. Er wird auch auf sein weiteres Verhältnis zur Sowjetunion, besonders nach deren Zerfall, eingehen.

1 Abend, 15.05.2018
Dienstag, 20:00 - 21:30 Uhr
1 Termin(e)
Karl Breuninger
1208

6,00 €
Belegung: