250 Jahre US Unabhängigkeitserklärung - eine nachdenkliche Betrachtung
„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, darunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit… Wenn aber eine lange Reihe von Misshandlungen und gewaltsamen Eingriffen auf einen und eben den Gegenstand gerichtet einen Anschlag an den Tag legt, [das Volk] unter unumschränkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht ja ihre Pflicht eine solche Regierung abzuwerfen und sich für ihre künftige Sicherheit neue Wächter zu verschaffen.“ Wirkkräftige Worte – die am 4. Juli 1776 in Form der Unabhängigkeitserklärung in Philadelphia beschlossen und unterzeichnet wurden. Sie dokumentiert nicht nur die Lösung von der britischen Krone, sondern auch die Menschenrechte und das Widerstandsrecht gegen ungerechte Regierungen. Allerdings wurden diese Menschenrechte zu dem Zeitpunkt nur freigeborenen weißen Männern zugebilligt. Frauen, Sklaven und freie Farbige blieben außen vor. Der Gleichheitsgrundsatz vor dem Gesetz folgte erst 1865. Die Inschrift „In God we trust“ auf Münzen und Geldscheinen der USA bringt immer noch das religiöse Selbstverständnis und Sendungsbewusstsein zum Ausdruck, das sich immer wieder in der Innen- und Aussenpolitik niederschlägt. Die USA werden diese 250-Jahr-Feier festlich begehen, daran besteht kein Zweifel. Es ist aber notwendig die zahlreichen Widersprüche und Brüche im Alltag und der Geschichte der USA über diese 250 Jahre hinweg schlaglichtartig kritisch zu betrachten. Dies gilt insbesondere gerade auch letztendlich für das Wirken des jetzigen Präsidenten Donald Trump, denn auch für ihn gilt laut Abraham Lincoln: „ eine Regierung durch das Volk für das Volk“. In Zusammenarbeit mit der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche.